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NIKOLASSEER FORUM:
Ich rücke schon wieder näher ...
2012-01-29 22:14:37

jemand:
hier schreibt ja überhaupt niemand etwas.... das war aber auch schon mal anders...
2011-12-19 23:38:03

NIKOLASSEER FORUM:
Bis zum nächsten Mal.
2011-09-25 00:29:33

NIKOLASSEER FORUM:
Ich rücke näher ...
2011-09-15 15:56:21

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Rückblicke
Show me who you are!
- Der Blog -



Hier schreibe...
    Ich! Teilnehmer der Jugendaktionswoche 2006 - Auf den Straßen Berlins im Kampf für Notleidende und Hilfsbedürftige!
    Gut, das mag etwas übertrieben sein und ehrlich fühle ich mich auch eher als williger Lernender in als als tapferer Ritter, in der Schlacht gegen Armut und Ungerechtigkeit. Warum ich das schreibe? Ich möchte das unsere Erlebnisse mehr wert haben, als "nur" persönliche Erfahrung mit Gott und der Welt, sondern das andere ermutigt werden auch die konkrete Hilfe am Nächsten zu suchen. Ich werde persönliche Erfahrungen aufschreiben, aber auch Mitglieder der Gruppe zu Wort kommen lassen, so dass hoffentlich ein sehr guter Gesamteindruck unserer Zeit hier entsteht.



Montag, 2. Oktober 2006
    Bahnhofsmission, Bahnhof Zoo -Was für eine Herausforderung! Ich als Ur-Berliner weiß doch eigentlich was am Bahnhof Zoo abgeht, oder?! Die Bahnhofsmission habe ich auch schon einmal gesehen, im vorübergehen von der anderen Straßenseite. Was aber erwartet mich, in meiner eigenen Stadt?

    5:45 aufstehen (in den Ferien) - duschen, Müsli, Zähne putzen - auch die Andacht rauscht um diese Zeit ein wenig an mir vorbei. Doch für zwei Dinge nehm ich mir Zeit:
    - Intensives Beten, hab ein bisschen, wie sagt man so schön, "RESPEKT"! (Inhalt des Gebets: Gott wir woll'n was für die Leute tun, deshalb MUSST Du heute bei uns sein!!!)
    - Aufschreiben, was habe ich mir für den Tag vorgenommen (Angestelle nach dessen Motivations für ihre Arbeit fragen, meine Gruppenpartner besser kennenlernen, den Obdachlosen auffallen freundlich begegnen *g*)

    8 Uhr - Dienstbeginn! Keiner weiß von uns. "Adventjugend? Was ist das?" - toller Start... war's das jetzt? - Nein, denn improvisieren lernt man in der Bahnhofsmission - was ist wenn mal keine Essensspenden kommen? Wenn jmd akut in riesiger Not ist? Also "Bahnhofsmissionsweste" an, kurze Einweisung und ran an die Arbeit - 4 doppelt und dreifach beschichtete volle Tablettes belegte Brötchen, 3 Kübel Tee, Körbe von Obst und Gemüse... wohlgemerkt für die Vormittagsausgabe von 9 - 12 Uhr. Man kann sich gar nicht vorstellen wie viele Menschen dorthin kommen, Betrunkene, Obdachlose, auch minderbemittelte Rentner, aber auch Menschen die diese Hilfe gar nicht nötig hätten - es gibt eben auch immer zwei Seiten einer Medaille.

    "We are family" - 30 min fremd und dann fühlte man sich schon der Family "Bahnhof Zoo" mit Bahnpersonal, Obdachlosen, Bahnhofsmissionsmitarbeiter (Ehrenamtliche, Praktikanten, Hauptamtliche, ...) zugehörig. Man redet über Sorgen, diskutiert über Sozialpolitik, teilt persönliche Schicksale, scherzt miteinander wenn man sich im Bahnhof trifft, uns wird als Fremden sofort Vertrauen entgegen gebracht. Gemeinsam für andere Menschen einzutreten verbindet eben.

    Jeder von uns hat heute große Erfahrungen gemacht - positiv, aber auch welche wo man nachdenklich, traurig, hilflos wurde...
    Deshalb möchte ich auch von den großartigen Erzählungen berichten, welche mir mit voller Begeisterung zugetragen wurden und jeden Tag auch andere zu Wort kommen lassen...

      "Wir haben die alten Artikel von 3 Lidl-Märkten durchgesucht nach noch essbaren Dingen. Es ist Wahnsinn was alles weggeschmissen würde, wenn wir das nicht gemacht hätten. Tausend Plastikkästen mit Brot und Brötchen, total viel Obst und Gemüse. Es ist unglaublich wie viel Essen zusammenkommen würde, wenn man alle Einkaufsmärkte besuchen würde.
      Dann waren wir noch im Seniorenheim Steglitz und haben 2 Omis die größte Freude bereitet. Wir haben sie mit den Rollstuhl im Botanischen Garten herumgefahren und sie ein bisschen unterhalten. Sie waren so glücklich, dass sie sich 1000 Mal bedankt haben bei uns (mit Umarmung!).
      Es tut so gut Mensch so glücklich zu machen und danken Jesus für die tolle Erfahrung" - Mirko




    Harry


      Wir wollten an dem heutigen Montag, ein paar Obdachlosen Zeitungsverkäufern auf dem Bahnhof in „Berlin Zoologischer Garten“ helfen den Straßenfeger (Obdachlosenzeitung) zu verkaufen, um ein paar Eindrücke über das Leben und Durchkommen der Obdachlosen zu sammeln. Nach mehreren Anfragen bei Obdachlosen ob sie Lust und Zeit hätten die Zeitungen mit uns zu verkaufen trafen wir Harry.

      Harry hat eine eigene kleine Wohnung in Berlin, er ist sehr menschenfreundlich und aufgeschlossen gegenüber anderen Personen. Früher war er Berufskraftfahrer. Er macht zurzeit seinen fünften Neuanfang nachdem ihm etwas sehr schlimmes privates Schicksal getroffen hat. Wir gingen in Richtung Busbahnhof „Zoologischer Garten“ um dort unser Glück zu versuchen. Er war vorerst misstrauisch dass wir am „Zoologischen Garten“ viele Zeitungen verkaufen könnten, da er sonst zum „Ku'damm“ gefahren wäre und dort seine Zeitungen an den „Mann“ gebracht hätte. Was sich aber nach den ersten zehn Probeminuten als positive Überraschung herausstellte. Nach den ersten paar Minuten machten wir die erste „Abrechnung“ mit Harry, er war erstaunt darüber, wie sehr wir uns für ihn einsetzten. Von da an lief es immer besser und wir verkauften eine Zeitung nach der anderen.

      Nach ca. 1,5 Stunden und fünfzehn verkauften Zeitungen später, haben wir noch ein Abschiedsbild mit ihm gemacht und eine Bibel geschenkt (worüber er sich sehr freute da er auf eine gewisse Art und Weise auch eine Verbindung zu Gott hatte und weil er seine Bibel vor kurzer Zeit verlegt hat). Er ist uns allen ein wenig ans Herz gewachsen daher verabredeten wir uns für Mitte dieser „JugendAktionsWoche“ um unsere Gespräche weiter fortzuführen. Es war ein neues, spannendes Erlebnis zu sehen wie ein Mensch in solch einer misslichen Lage noch so freundlich und aufgeschlossen sein kann. Es war einfach wunderbar und dafür sollten wir Gott auf jeden Fall danken!!! - Sven




    Abendandacht - Nach einer nie enden wollenden Feedbackrunde über alles Erlebte, habe ich von Olaf einen Satz zum Nachdenken mitbekommen:

    "Was ist unsere Versuchung? - Gehen wir zu einer solchen Jugendaktionswoche und kümmern uns um die Hilfsbedürftigen und wollen den Menschen SELBST helfen, so ist das Sünde (Anlehnung an die Versuchung Jesu, Stein zu Brot zu machen)" - Ein Dämpfer? Ja, in gewisser Weise schon. Gerade Lunte gerochen, tolle Erlebnisse gehabt, Menschen etwas Gutes getan... Was habe ich getan, was habe ich Jesus tun lassen...?! Motivation? Ja, auf jeden Fall - Wir haben alle heute erlebt, das viel mehr hinter der Hilfe steckt und wie wahr es doch ist:
    "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein..."
    Liebste Grüße von allen Teilnehmern an Euch da draußen, beten und denkt an uns, sprecht uns Mut zu und lasst Euch erzählen... Euer Johnny


Dienstag, 3. Oktober 2006
    Hochseilgarten Friedensau - Ein Tag Arbeit und schon wieder frei? Klingt gut, ist gut, aber lange nicht so entspannend wie es sich anhört. Den Vorbereitungen geschuldet musste ein Gruppe bereits 8:30Uhr nach Friedensau aufbrechen und so blieb von der Nacht (die bei solchen Wochen ja auch immer ein bisschen zum Tag gemacht wird) nicht viel übrig. Ruhe fanden zumindest einige im Bus.

    In Friedensau wurden wir von der Sonne begrüßt, welche sich leider Stück für Stück den Tag über zurück zog. Und so wurde es ab und so auch mal ganz schön luftig, dort hoben zwischen den Bäumen... Aber das Adrenalin beim Blick nach unten, ließ zumindest oben niemand frieren. Immer zu zwei oder auch mal zu dritt ging's also ab durch die Übungen, mal langsamer mal schneller, mal spielender, mal baumelnder, mal lachender, mal schreiender.
    Jeder von uns der dies zum ersten Mal gemacht hat, hat hier sicher eine Grenze überwunden, die er vielleicht noch nicht so kannte und dem Wort „Vertrauen“ eine ganz neue Bedeutung zu gemessen. Mir ging es zumindest auf dem Weg die Himmelsleiter hinauf so, wackelige Balken und ein aufeinander steigen und hochziehen, um die nächste Sprosse zu erreichen (was gleichbedeutend mit der Verdopplung der Höhenangst war). Oben angekommen (das Ziel erreicht) musste man einsehen, dass man nicht so ohne weiteres wieder runter kam. Schlussendlich haben alle wieder festen Boden erreicht und nach ein paar Minuten stellte sich sogar wieder so etwas wie ein Lächeln ein... Zum krönenden Abschluss stürzten sich noch einige die Seilbahn hinunter und kamen auch meistens strahlen wieder unten an...

    Die gemeinsame Restaurantsuche in Burg und der gemütliche italienische Abend waren ein würdiger Abschluss eines erlebnisreichen, freudigen und gesegneten Tages... so dass es diesen Abend schon früher als sonst ruhig wurde... Vielleicht auch vor Vorfreude auf den morgigen Tag und die Erlebnisse... ich war einer derjenigen... Euer Johnny


Harry die Zweite


Die Geschichte von Harry ist aber noch nicht zu Ende...das Genialste kommt erst noch! Am Donnerstag haben wir Harry zum Gottesdienst am Sabbat nach Oranienburg eingeladen. Er war sehr skeptisch und wusste erst nicht recht, was wir von ihm wollen. Er sagte, dass er sich das bis morgen Mittag überlegt. Am Freitagmittag teilte er uns dann freudig mit, dass er gerne kommt. Wir waren natürlich glücklich und verabredeten uns für halb neun früh am Bhf Zoo, wo wir ihn dann abholen würden. Jeder machte sich so seine Sorgen, was wir den ganzen Tag mit Harry machen wollen und wie er es aufnehmen würde—aber ganz umsonst! Gott hat sich darum gekümmert!

Harry kam am Sabbat zum Gottesdienst und strahlte mich erst einmal an. Er sagte mir zwar, dass er sich ein wenig mulmig fühle und er sich fragt, auf was er sich da blos eingelassen habe, aber als er merkte, dass er willkommen war und ihn keiner schief anguckte wurde das sofort besser. J Wir haben dann den ganzen Tag mit ihm verbracht. Den Gottesdienst, das gemeinsame Mittagessen und die anschließende „Mittagsruhe“ die damit verbracht wurde zu Kickern und Tischtennis zu spielen. Danach gingen wir noch in den Zoo in Germsdorf und fuhren Auto-Skooter, was ihm sichtlich Spaß machte. J

Anschließend gab es „Kaffee und Kuchen“ und Harry war begeistert—damit aber noch nicht genug! Wir gingen noch in die Turnhalle und spielten 4 Sätze Volleyball, wo Harrys Gruppe gewann. Mit dem gemeinsamen Abendessen endete sein Tag bei uns, er musste wieder zurück zum Bhf Zoo. Er verabschiedete sich ausgiebig von uns, mit der Hoffnung uns vielleicht mal auf dem Ku’damm zu treffen, wo er ja immer seine Zeitung verkauft! Er hat jetzt die Adresse von der Spandauer Gemeinde (à also liebe Spandauer...so zur Info, falls er vorbeikommt ;-) ). Zum Ende sagte er mir, ihm habe der Tag sehr gut gefallen!!!

Harry war wirklich ein Gottesgeschenk, als wir ihn das erste mal getroffen haben meinte er aufatmend (Zitat): „Wenn du meinst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her!“

Auch wenn ihr Harry vielleicht nicht persönlich kennt, betet doch bitte mit uns für ihn!!!
Er kann es gut gebrauchen...
DANKE!!!
Vivi
 



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