Kurz nach zehn ging es los und die Worship-Band „Psalm115“ aus Spandau stimmte uns auf einen wunderschönen gesegneten Gottesdienst ein. Alexander Schulze, der in diesem Jahr die Nachfolge von Gunnar Scholz als Jugendabteilungsleiter antrat, traf in seiner Predigt zum Thema „Upstream- gegen den Strom“ den Nerv vieler Jugendlicher. Seine Worte über Petrus, der Jesus nach seiner Festnahme erst dreimal verleugnet, sich dann aber vor dem Hohen Rat für ihn einsetzt, regten mich sehr zum Nachdenken an, da ich mich im Alltag oft mit vergleichbaren Situationen konfrontiert sehe. „Wie war das, du bist Christ? Bist du nicht auch so komisch drauf und rennst am Wochenende in die Kirche?“
Unseren Gedanken, Fragen und Zweifeln konnten wir anschließend in kleinen Gesprächsgruppen Luft machen und es kam zu einem angeregten Austausch- kennt doch ein jeder diese Situationen und kann aus seinen Erfahrungen berichten.
Für das Mittagessen wurde in Form des altbewährten Potlucks gesorgt und nach den bis auf den letzten Rest ausgekratzten Schüsseln zu urteilen, muss es allen wohl allen sehr gut geschmeckt haben (oder war der Hunger so groß?).
Bei strahlendem Spätsommerwetter breiteten wir unsere Decken auf der unteren Wiese aus und nutzen die freie Zeit für das ein oder andere Pläuschchen mit alten Bekannten und neuen Gesichtern. Einige Aktive spazierten durch den riesigen Weinberg oder verliehen ihrer Energie beim Volleyballspiel Ausdruck.
Es gab an diesem Nachmittag aber auch einige exotische Angebote, wie zum Beispiel der Workshop „Graffiti“, in dem Kunstbegeisterten die Möglichkeit gegeben wurde sich an der Sprühdose auszutoben und das Ergebnis- vom Kursleiter noch etwas verfeinert- konnte sich echt sehen lassen.
Gegen 18 Uhr durften wir alle eine von Heidi und fleißigen Küchenhelfern zubereitete Stärkung genießen, bevor es mit [Hz]-Schlag weiter im Programm ging. Wunderschöner Worship zum Ausklang eines wunderschönen Sabbats auf der Wachtelburg!
Die anschließende Überraschung des Abends, der lang erwartete Open-Air Kinofilm „Evan Almighty“, der auf einer riesigen Leinwand geschaut werden sollte, erfreute dann noch ein großes Publikum. An vielen Stellen musste man herzhaft über die Sturheit des amerikanischen Kongressabgeordneten Evan Baxter lachen, der- trotz überwältigenden Zeichen- einfach nicht auf Gottes Stimme und seinen Auftrag hören will. Nachdem er seine Mission, im 20.Jahrhundert eine Arche im westlichen Amerika zu bauen, trotz allem Spott dennoch erfolgreich erfüllt hat und seine Mitbürger im letzten Augenblick vor einer Stauseekatastrophe rettet, hatte man dann vielleicht noch ein leises Lächeln auf den Lippen. Und die Frage, ob man nicht selber oft lieber seinen eigenen Plänen und Vorstellungen folgt, als auf Gottes Stimme zu hören.
Da kann man sich nur der Bitte anschließen, die in einem Lied an diesem Abend geäußert wurde:
Sprich lauter, Herr, sprich lauter zu mir.
Oder: mach mich sensibler und gib mir bessere „Ohren“, damit du nicht so schreien musst…












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